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Alte Kirche Stockheim

Die Stockheimer Kirche „Alte Kirche“

Ein Vortrag von Frau Busch zum StockHEIMAT-Stammtisch am 26.11.2015 in der Alten Kirche

Die heutige Kirche in Stockheim stammt aus der Zeit um 1935 bis 1937;…

sie entstand, weil der Vorgängerbau zu kleingeworden war.

Dieser Vorgängerbau war ein Steinbau aus dem 10. Jahrh., der über die Jahrhunderte immer wieder renoviert, geändert und umgestaltet wurde. Vor ihm gab es wohl aus der Zeit vor 980 noch eine Holzkirche die jedoch durch einen Brand zerstört worden ist.

Reste des Fußbodens dieser Kirche hat man 1961 gefunden; nicht gefunden wurden allerdings Reste der Holzwände, weil sie wahrscheinlich irgendwann durch Steinwände ersetzt worden waren.

Inwieweit später ein Zusammenhang mit einer im Bereich des heutigen Kindergartens einst vorhandenen Motte bestanden hat, muss offen bleiben; derartigen Motten kennt man nämlich erst aus der Frankenzeit, so dass Vermutungen dahin gehen, dass eine Herrenburg auf der Motte aus der Frankenzeit – der Karolingerzeit – den Auftrag zum Bau dieser Kirche gegeben hat. Da aber die Kirche nachweislich nicht aus der Motte selbst hervorgegangen ist, sondern an der höchsten Stelle des Ortes gestanden hat, wo man auch die Reste einer Vorgängerkirche gefunden hat, könnte dies aber auch bedeuten, dass die allererste Stockheimer Kirche nicht erst zur Frankenzeit, sondern schon viel früher zur Römerzeit entstanden ist, was wiederum beweist, dass Stockheim im Gegensatz zum Eifelland auf Grund seiner Bedeutung für die Römer schon früh an deren Leben aktiv teilnahm und somit auch schon früh zusammen mit den Römern christianisiert war.

Die Kirche, die man 980 erbaut hatte, war sehr klein, nur ein Saal (wie wohl auch die Vorgängerkirche der Annakirche in Düren aus dieser Zeit) mit einer Balkendecke und kleinen rundbogigen Fenstern. Das Baumaterial hat man in den römischen Ruinen gefunden. Das Mauerwerk ist mit römischen Ziegeln durchsetzt.

Die Einfassung der Tür, die heute zugemauert ist, besteht aus dem Sinterstein in der römischen Wasserleitung, die von der Eifel nach Köln führte. Diese Kirche hatte eine Länge von rund 10 m, einer Breite von 6.14 und einer Höhe von etwa 4 m; an den Saal schloss sich ein fast quadratische Chor mit 3,80 m Breite und 4,00 m Tiefe an.

Einen Turm hat es vermutlich noch nicht gegeben. Im 12. Jahrh. wurde diese Kirche um 2 m (eine Fensterreihe) aufgestockt, eine Apsis und ein Seitenschiff wurde angebaut.

1523 wurde der dreigeschossige Westturm hinzugefügt, der romanische Chor wurde geändert und es wurde ein Sakristei angebaut; das flache Dach wurde durch ein Kreuzrippengewölbe ersetzt. 1752 – 1764 wurde das Innere der Kirche umgestaltet.

Im Laufe der Jahrhunderte hat man die Kirche vielfach geändert und erweitert. Im 16. Jahrhundert wurde der mächtige Turm mit hohem Helm, ebenso der gotische Chor mit großen Fenstern und feinem Maßwerk erbaut.

Man erhöhte das Langhaus, versah es mit einem zierlichen Kreuzrippen-gewölbe und verstärkte die Mauern durch Strebepfeiler.

Im letzten Krieg ist mit der weitgehenden Zerstörung des Dorfes auch die alte Kirche mit ihrer wertvollen Rokoko-Ausstattung schwer angeschlagen worden.

Als Kunstdenkmal von hohem Rang ist sie durch Baurat Richarz aus Düren auf Veranlassung des Konservators für Kunstwerke so restauriert worden, dass sie ihr ursprüngliches Aussehen wieder erhalten hat. Heute ist sie eine bedeutende Sehenswürdigkeit (Baupläne weiter unten als pdf-Dokument).

Die Steinkugel an der Südseite des Turmes ist eine Kanonenkugel, die vielleicht aus dem Dreißigjährigen Kriege stammt.

Die im Jahre 1935 erbaute stattliche neue Kirche – aus Boicher Sandstein errichtet –, die ebenfalls im Krieg große Schäden erlitten hat (von 1945 bis 1952 musste der Gottesdienst in der alten Schule stattfinden.), ist wieder hergestellt. Diese alte Kirche wurde in der Zeit von 1961 bis 1963 zu einem Jugendheim umgebaut; heute ist sie ein Ort für Veranstaltungen und Festlichkeiten aller Art.

Herzlichen Dank an Frau Busch für den interessanten und kurzweiligen Abend.

Alle Fotos zu unserer Alten Kirche, z.B. auch Fotos aus unserem Glockenturm,  finden Sie in der Bildergalerie. Außerdem stehen Ihnen im Folgenden eine weitere Dokumentation, Fotos und alte Baupläne als pdf-Dateien zur Verfügung:

Alte Kirche – Eine Zusammenfassung von Familie Mertens

Grundrisspläne der alten Kirche ab 980 n. Chr.

Bildserie zum StockHEIMAT-Stammtisch der Alten Kirche

 

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